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Kolumbien
Ladrilleros und La Barra

Endlich Millionär!

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Endlich Millionär!
Ich habe über $ 1.000.000 in der Tasche!

Wir befinden uns gerade in Buenaventura, angeblich eine der gefährlichsten Städte Kolumbiens. Über den Hafen Buenaventuras wird ein großer Teil des (legalen und illegalen) Handels Kolumbiens abgewickelt, also kann man sich gut vorstellen, dass es hier mitunter zu, sagen wir: Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Abwicklung des Warenhandels kommen kann.

Aber wenn man sich als Tourist nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmert, so habe ich gelesen, soll man hier in der Regel keine größeren Schwierigkeiten bekommen. Also gehen wir auf direktem Weg zur Bootsanlegestelle, mit Stopps an einer Bäckerei, einem Supermarkt - und an Geldautomaten.
Wir möchten ein paar der kleinen Dörfer an der Pazifikküste besuchen, die aber über keine Straßenverbindungen verfügen und nur über Boote erreichbar sind. Die Bootsfahrten sind teuer, und da alle Lebensmittel und alles andere ebenfalls über diese Boote herangeschafft werden muss, ist eigentlich alles dort relativ teuer. Und so etwas wie Geldautomaten oder gar Kreditkartenzahlung gibt es dort selbstverständlich nicht. Daher brauche ich diese Millionen. Kolumbianische Peso natürlich, nicht US-Dollar oder Euro, aber egal, Millionär ist Millionär.

Die Probleme der Reichen

Allerdings bedeutet dieser Reichtum nicht, dass man davon in Kolumbien auch problemlos etwas bezahlen kann. Die Geldautomaten spucken zumeist Scheine zu $ 50.000 aus, was umgerechnet zwar nicht einmal 15 Euro sind, die aber nahezu nirgends gewechselt werden können. Bereits ein Schein zu $ 20.000, also knapp 6 Euro, sorgt für mitunter kaum lösbare Probleme, oftmals muss der Verkäufer damit durchs halbe Dorf laufen, um das Wechselgeld zu besorgen.

Ladrilleros

Jedenfalls kommen wir nach einiger Zeit mit einem kleinen Motorboot in Ladrilleros an, unserem ersten Ziel. Bei heftiger Hitze sind wir dann stundenlang unterwegs, um eine Unterkunft zu suchen. Was hier so angeboten wird, das ist wirklich kaum zu glauben.
Die Pazifikküste Kolumbiens war ein beliebtes touristisches Ziel, bis die Guerillatruppen hier ihre Überfälle und Entführungen begonnen haben, danach kam naheliegenderweise kaum jemand mehr hierher. Mittlerweile tauchen wieder ein paar Touristen auf, so wie wir, aber offensichtlich stammen die meisten Unterkünfte noch von damals. Und sind mittlerweile natürlich ziemlich verfallen. Zumeist dunkle und oftmals alles andere als saubere Kammern. Oder unglaublich teuer.

Kurz bevor wir schon fast aufgeben wollen, stoßen wir auf ein abgelegenes Holzhaus mitten im dichten Grün. Mit einem hellen Zimmer für uns, mit Blick über die tropische Vegetation hinweg aufs Meer. Perfekt.
Und meine Millionen werden hier einige Zeit reichen: Pro Nacht zahlen wir nur 15.000 Peso pro Person, also kaum mehr als vier Euro.

Unser Urlaub an der Pazifikküste kann also beginnen.

Land:Kolumbien
Ort:Ladrilleros und La Barra
Reisedatum:23.02.2018 - 27.02.2018
Autor:Manuel Sterk
Veröffentlicht:01.07.2018
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